Wie macht man Glasperlen?

Man braucht einen Brenner mit einer sehr heißen Flamme, bei mir gespeist aus Propangas und Sauerstoff,

Edelstahlstäbe (sogenannte Dorne) in verschiedenen Stärken (je dicker der Dorn, je größer das Loch in der Perle ) und Spezialdorne (für z.B. Ringe oder Cabochons) die mit einer Paste (dem Trennmittel) beschichtet werden, damit die Perle nachher vom Dorn auch wieder abgeht,

einen feuerfesten Arbeitsplatz, 

eine persönliche Schutzausrüstung (ganz wichtig: eine geeignete Brille!!! Die helle Flamme schädigt die Augen!),

ebenfalls für die Gesundheit eine Absaugung für die entstehenden Abgase,

am besten einen Temperofen (habe ich nun auch endlich :-)  ) damit die Perlen über mehrere Stunden abkühlen können. Durch das Erhitzen, Bearbeiten, Abkühlen entstehen im Glas Spannungen, die, wenn sie nicht getempert (also kontrolliert abgekühlt werden), zum Bruch der Perle führen.

Unterschiedliche Werkzeuge zum bearbeiten des Glases. Vom einfachen Verziehhaken über Paddel, Pressen und Stempel zum Formen und Muster machen (braucht man natürlich nicht alle... ).

Dekoelemente wie Zirkone, Silberdraht, Farbpulver etc. kann man ebenfalls benutzen.

Und natürlich Glas! Das gibt es für Lampworker (wir, die Leute die Perlen drehen) als Glasstäbe in unterschiedlichen Dicken und vielen, vielen Farben von unterschiedlichen Glashütten. Die berühmteste ist wohl die italienische Effetre/ Moretti, den meisten bekannt durch die Glasinsel Murano. Da sind allerdings auch einige andere, die ganz tolles Glas machen, wie Lauscha, Reichenbach, CIM um einige davon zu nennen. Ich arbeite mit Gläsern unterschiedlicher Glashütten.

Und wenn man dann ein bisschen was über Glas erfahren hat, z.B. welches mit welchem verarbeitet werden kann, welches sich nicht verträgt und deshalb u.U. noch am Dorn wegplatzt, wie es sich in der Hitze verhält, worauf man alles achten muss und so weiter (diese Dinge werde ich in 10Jahren noch nicht alle wissen... Es gibt so viel zu lernen und entdecken... Das ist toll!!!), dann kann man sich mit viel Geduld und Muße dieser einmaligen Faszination von fließendem Glas in der Flamme hingeben und verfolgen, wie in detaillierter Feinarbeit Muster entstehen, wie die Schwerkraft das Glas formt, wie Glasperlen entstehen.

Vorne rechts sind die Dorne, Brille, Brenner, Werkzeug, feuerfeste Platte, Glas (die bunten Stäbe) und immer ein Gefäß mit Wasser. Hinter den Dornen ein Behälter mit Kühlgranulat zum tempern. Für die Vorführung unterwegs ok, für die Perlen nicht so gut. Es gehen viele kaputt.

Dorn und Glasstab werden vorsichtig erhitzt. Wenn das Glas anfängt zu fließen, hält man die flüssige Spitze an den Dorn. Nun dreht man den Dorn in der Hand um die eigene Achse, dadurch wickelt sich das Glas um den Dorn.

So wie hier zu sehen wird gewickelt. Hier sieht man eine Eigenheit von weißem Glas. Es ist in der Hitze klar und farblos. Die Seite, die von der Flamme abgewandt ist, ist etwas kühler, dort ist es noch weiß. (Das reicht aber immer noch, um sich ganz schwer zu verbrennen...)

Die Perle glüht noch. Erst wenn sie so fest ist, das sie sich nicht mehr verformt und die Oberfläche hart ist, kann sie abgekühlt werden.

Erst so...

...dann so.

Eindrücke aus meiner Werkstatt: